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Das musiker-zentrische Modell

Das musiker-zentrische Modell

Wir haben schon viel gehört und gelesen über die neuen „Artist-zentrischen“ Strukturen im Musikbusiness. Aktuell sehen wir zwei reale Beispiele dafür, dass dieses Modell durchaus Zukunft zu haben scheint.

Chance The Rapper räumte als Selbstvermarkter bei den Grammys ab, der britische Rapper Stormzy brachte seine Debütsingle in die britischen Charts, den Nachfolger sogar in deren Top 20.

Die beiden schafften es natürlich nicht im hundertprozentigen Alleingang. Sie bauten plattenfirmenähnliche Strukturen um sich herum, wobei sie selbst sowohl als Musiker als auch als Unternehmer den Mittelpunkt bilden – sprich, den Ton angeben (kein Wortspiel beabsichtigt…).

Das Booking übernahm bei Stormzy zunächst Freund und Manager Tobe Onwuka. Interessanterweise stellten Gigs jene Einnahmequelle dar, welche Rapper und Manager während ihrer „Gründungsphase“ finanziell über Wasser hielten. Doch noch während dieser Phase wurde eine Bookingagentur hinzugezogen, die insbesondere durch ihre Kontakte und strategische Beratung die Markterschließung vorantreiben konnte.

Der weltweite Vertrieb erfolgte zunächst rein digital, bevor ab einem gewissen Status auch physische Vertriebe in Form der Giganten Warner und HMV auf den Zug aufsprangen. Auch das Publishing wurde an Warner/Chappell übergeben, mit persönlichem Kontakt, um neben der reinen Verwaltung der Tantiemen auch ein aktives Pitching der Musik zu gewährleisten.

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Stormzy ist der kreative Kopf hinter seinen eigenen Marketingideen. Diese feilt er dann gemeinsam mit Onwuka aus und übergibt sie zur Umsetzung einer auf Honorarbasis arbeitenden Presseagentin.

Dabei haben weder Chance The Rapper noch Stormzy einen Plattendeal kategorisch abgelehnt. Angebote hatte es gegeben, doch „es war nichts dabei, was wir nicht selbst auch hätten tun können“ (Onwuka).

Neben den Einnahmen aus Auftritten und dem Verkauf von Musik hat vor allem Chance The Rapper weitere Bereiche erschlossen: Merchandise und, sagen wir, neue kreative Bereiche. So trat er mutig, sein damaliges Markenzeichen die White Sox Kappe auf dem Kopf, an die Chicago White Sox heran, um deren Sprachrohr zu werden. Aus dieser Idee wurde zunächst nichts, doch nach dem zweiten Versuch wurde er gebeten, Web- und Fernsehspots der Sox mit seiner Musik zu unterlegen.

Natürlich ist ein Plattenvertrag für viele Musiker der richtige Weg. Doch für die mit Unternehmergeist – oder jene, die abgelehnt wurden – eignet sich die selbstbestimmte Methode ebenso gut oder gar noch besser. Aus den Beispielen von Chance und Stormzy wird aber dennoch deutlich, dass die Arbeit einer Plattenfirma nach wie vor große Relevanz hat. Man muss sie eben selbst übernehmen oder an professionelle Anbieter outsourcen. Das kostet Geld, wie es auch andere Selbständige, Betriebe und Firmen aus nicht-musikalischen Bereichen ausgeben müssen, um sich handlungsfähig zu machen und am Markt zu etablieren. Doch wer nicht wagt…

Dangerous – but worth the risk.

 

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About the Author

Julian Angel

Julian Angel ist chartnotierter Rockmusiker mit Hollywood Credits, Eventproduzent und Organisator der MusicBiz Madness Konferenz, Deutschlands erster Musikbusiness Konferenz für Musiker.

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