Musikbusiness sucks

Musikbusiness sucks

Wenn es um die geschäftliche Seite der Musik geht, verlieren sehr viele Musiker das Interesse. Leider. Das Thema erscheint zu trocken, regelrecht unkreativ – dabei ist es enorm wichtig. Wer soll all die gute Musik hören, wenn es den Erzeugern nicht gelingt, sie ausreichend publik zu machen? Wie sollen Musiker Geld verdienen, wenn sie nicht bereit sind, sich über Einnahmequellen und -methoden zu informieren?

Doch es gibt ein weiteres Problem: gute Angebote. Unser Schulsystem trainiert uns darauf, gute Fachleute zu werden, die geschäftliche Seite wird ignoriert. Wir lernen zum Beispiel, Chemiker zu werden, nicht aber wie wir unser eigenes Labor eröffnen. Im Jurastudium werden wir zu kompetenten Anwälten ausgebildet, erfahren aber kaum etwas darüber, wie man eine eigene Kanzlei gründet, geschweige denn etabliert. Und natürlich lernen wir, wie wir ein Musikinstrument beherrschen können, nicht aber wie wir damit auf eigenständige Weise Geld verdienen.

All das färbt natürlich auf Dauer ab. Ein Umstand, den auch Prog-Metal Bassist Linus Klausenitzer bemängelt: “Immer wenn ich zu Zeiten meiner Musikerausbildung an freiwilligen Kursen oder Workshops zum Thema Musikbusiness teilgenommen habe, saßen dort nur ein oder zwei weitere Musiker im Raum. Der Andrang bei musikalischen Kursen dagegen war immer hoch“.

Wenn das allgemeine Bildungsangebot kaum über ein paar Begriffserklärungen hinausgeht, liegt es an den Musikern selbst, sich mit Themen wie Musikbusiness, Musikpromotion und den damit verbundenen rechtlichen Angelegenheiten zu befassen. Die Herausforderung besteht natürlich darin, den Willen zu entwickeln, sowie die passenden Themen und Erklärungen zu finden und von den zunehmenden ’schnell-reich-werden-als-Musiker’ Angeboten zu unterscheiden.

Das fehlende geschäftliche Wissen ist meistens der Grund, warum Musiker auf der Stelle treten, oder sich gar über den Tisch ziehen lassen. Wer mangels Wissen über übliche Gagen für 50 Euro bei einer abendfüllenden Vernissage Klavier spielt, schadet nicht nur sich selbst, sondern auf Dauer auch seinen Kollegen, die künftig im Preis gedrückt werden. Kann ein Musiker bei einer Nutzungsanfrage keine Lizenz für einen Song erteilen, da er sich erst informieren muss, was das überhaupt ist, wird er leer ausgehen. Geld für Promotion lässt sich effektiver einsetzen, wenn man weiß, wie eine professionelle Kampagne strukturiert ist.

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Dabei muss der Stoff aus dem das Business ist keineswegs trocken sein. Viele Musiker, die sich um ihre eigene Vermarktung kümmern, sehen diesen Bereich als ebenso kreativ an wie das Musikmachen selbst. Ob Annoncen, Pressetexte, Medienauswahl, Zeitpläne im Vorfeld einer Veröffentlichung oder sonstige Strategien – überall gibt es kreative Spielräume.

Immer wieder entschuldigen Musiker ihre fehlende Begeisterung für die geschäftliche Seite mit der Aussage „ich will mich voll und ganz auf meine Kunst konzentrieren“. Das ist unter zwei Voraussetzungen möglich. Erstens, man ist irgendwo ’angestellt’ und betreibt die Kunst anderer Leute, oder man hat bereits zu Beginn der Karriere so viel Geld übrig, um einen Manager bezahlen zu können (oder so viel Leichtsinn, ihm zu vertrauen). Denn ohne entsprechenden Geldfluss haben auch (gute) Manager nur in ganz, ganz seltenen Fällen Interesse.

Wie sehr befassen sich denn Musiker, die von ihrer eigenen(!) Musik leben, mit dem Businessaspekt? Brian Jackson Harris, Filmkomponist aus Los Angeles, verwendet 33% seiner Zeit für geschäftliches, weitere 33% auf das Erlernen neuer Software, Plugins und Produktionstechniken während das letzte ’größere’ Drittel für Komponieren, Aufnehmen und Produzieren übrig bleibt. Beim deutschen Musiker und Komponisten Alex Schroer, der unter anderem Songs für Lena und Christina Stürmer geschrieben hat, schlägt der Businessteil gar mit rund 40% zu Buche.

Es ist keine kreative Schande, zum ’Geschäftsmusiker’ zu werden – vielmehr ist es eine dringende Notwendigkeit, vor allem am Anfang, wenn in Ermangelung großer Geldbeträge kein professioneller ’Helfer’ an Bord kommen will, der sich um alles unliebsame kümmert.

 

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About the Author

Julian Angel

Julian Angel ist chartnotierter Rockmusiker mit Hollywood Credits, Eventproduzent und Organisator der MusicBiz Madness Konferenz, Deutschlands erster Musikbusiness Konferenz für Musiker.

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