Interessante Newsletter schreiben

Kürzlich machte mir ein sehr guter und netter Medienpartner die Werbung in dessen eMail Newsletter schmackhaft. Gerade während der Musikmesse seien die Öffnungsraten sehr hoch, irgendwo um die 30 Prozent. Wie bitte? Gerade mal 30 Prozent aller, die den Newsletter abonniert haben, um regelmäßig wichtige Informationen über Musikequipment zu erhalten, lesen ihn auch?

Tatsächlich läge die Öffnungsrate zu Normalzeiten gerade einmal bei 8 bis 10 Prozent. Ich habe diesen Umstand mit einigen Musikern besprochen und selbst dort von ähnlich niedrigen Öffnungsraten gehört. Aber woher kommt dieses mangelnde Interesse?

Vielleicht sind die Newsletter zu langweilig. Reine Produktwerbung, pure Selbstdarstellung, unpersönlicher “Ton” oder uninteressante Inhalte können eine Ursache sein.

 

  • Konzertdaten sind meist nur für Empfänger aus der unmittelbaren Nähe interessant
  • “Kauft unsere CD”, “Liked uns” oder “Votet für uns” wirkt zu fordernd

 

Natürlich haben solche Ankündigungen ihre Berechtigung, aber etwas mehr Unterhaltungswert und vor allem “Nutzen” darf ein Newsletter schon haben, insbesondere, um langfristig interessant zu bleiben. Denn nur dann werden wichtige Meldungen auch gelesen. Hierzu ein paar Ideen:

 

  • regelmäßig witzige Videos (Bandprobe, Backstage etc.) veröffentlichen und im Newsletter die Links dazu verschicken
  • regelmäßig einen kurzen Song (Jam Session, Akustikversionen etc.) veröffentlichen und im Newsletter darauf hinweisen
  • über die eigene Musikszene im allgemeinen berichten (andere Bands vorstellen, CD Kritiken, Videolinks, Film- und Buchtipps (passend zur Szene))
  • Kommentare zu Themen aus der Szene (bis hin zur Satire / Comedy)
  • regelmäßige Geschenke an die Fans (gratis Downloads, Merchandise verlosen…) und vieles mehr, seid kreativ
  • Haltet den Newsletter kurz und bündig. Maximal drei Sätze über Euch selbst, dazu den Link zur Website, einen Link zu iTunes und einen zu CD Baby (o.a.). Anschließend unterhaltsam werden.
  • Auch im Betreff könnt Ihr bereits punkten, indem Ihr Eure Empfänger neugierig macht. “April Newsletter” klingt wirklich sehr flach, fast schon wie von einer Behörde. Interessanter wirken da schon “Achtung Fans: gratis Download” oder “Video der Woche: Pizzaessen Backstage”.

 

Insgesamt sollte ein Newsletter weniger als Mitteilungsinstrument verstanden werden, sondern vielmehr zur Bindung der Fans (oder Kunden) und damit dem Etablieren des eigenen Namens dienen.

Viel Erfolg…

Über Julian Angel

Julian Angel ist chartnotierter Rockmusiker mit Hollywood Filmmusik Credits, Eventproduzent und Organisator der MusicBiz Madness Konferenz, Deutschlands erster Musikbusiness Konferenz für Musiker.
Dieser Beitrag wurde unter musik marketing, musik promotion abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.