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Musikmarketing: Was man mit 100 Euro tun kann

Musikmarketing: Was man mit 100 Euro tun kann

Musikern fehlt nicht immer das Geld, um ihre Musik zu promoten, sondern vielmehr das Vertrauen in die unterschiedlichen Möglichkeiten. Schließlich kostet jede vernünftige Musikpromotion Geld und Zeit, und beides möchte man sinnvoll investiert wissen. Mit einer anfänglichen Investition von 100 Euro kann man nicht allzu viel falsch machen und obendrein eine Tendenz erkennen, ob sich die Methode auszahlen wird oder nicht. Im heutigen Artikel findest Du ein paar (!) von Musikern und Promotern erprobten Wegen:

(-) Kleine Anzeige in einem Magazin schalten
Für 100 Euro bekommt man in relevanten Magazinen keine wirklich große Annonce, so dass diese wohl vornehmlich übersehen wird. Zudem werden Printanzeigen überwiegend als Imagekampagne geschalten, weniger zur Anregung von direkten Käufen.

(+) 50 inländische oder 25 internationale ausgewählte Medien bemustern
Eine Album Kritik oder später gar ein Interview hat deutlich mehr Inhalt, Wirkung und Glaubwürdigkeit als eine Anzeige. Wichtig: die Medien sorgfältig nach passender Stilrichtung auswählen und vor der Bemusterung anfragen, ob Interesse (an ungesignten Bands) besteht. In aller Regel handelt es sich dabei um Blogs und Webzines, die von Idealisten ohne Vergütung betrieben werden. Physische Bemusterung wird dort auf Grund der „Belohnung“ durch die CD deutlich bevorzugt.

(+/-) Facebook Anzeige schalten
Facebook ermöglicht es, Anzeigen exakt der passenden Stilgruppe einzublenden, was Streuverluste reduziert oder gar ausschließt. Viele Musiker klagen jedoch, dass ihre Anzeigen kaum angeklickt werden, Facebook User gelten allgemein als anzeigenresistent.

MusicBiz Madness Konferenz 2015 - Road To Success

(+/-) Platz auf Sampler buchen
Für 100 Euro kann man durchaus eine Platzierung auf dem beiliegenden Sampler eines kleinen Untergrundmagazins mit Auflagen bis 2.000 Stück ergattern. Auf diese Weise erhalten die Leser eine CD, die sowohl der Unterhaltung als auch dem Kennenlernen neuer Musik dient. Während Labels richtiggehend scharf auf die Sampler ausgewählter Magazine sind, gehen die Erfahrungen ungesignter Bands mit Samplern weit auseinander.

(+) 50 bis 60 inländische Künstler- und Eventagenturen bemustern
Insbesondere interessant für Cover- und Galabands. Agenturen können per Post bemustert werden (das Vorhandensein handfesten Materials wird nach wie vor als professionell betrachtet) oder per eMail – vorher telefonisch Erlaubnis einholen, sonst ist es Spam. Viele Galamusiker und Showkünstler versenden regelmäßig zwei- bis viermal jährlich Werbepostkarten oder einfache Flyer.

(+/-) Flyer drucken und bei Konzerten ähnlicher Bands verteilen
Hier kann wieder ohne große Streuverluste eine bestimmte Zielgruppe erreicht werden. Spielt man selbst kurze Zeit später am gleichen Ort, ist diese Webung sehr effektiv. Bei der reinen Bewerbung der eigenen Band oder des aktuellen Albums gibt es bei dieser Methode ein paar Abstriche, da die anwesenden Fans auf den Hauptact fokussiert sind und den Werbezetteln ungesignter Bands eher weniger Beachtung schenken. Wichtig: QR Code zur direkten Verkaufs- und Hörprobenseite abdrucken, um den Empfängern jegliche Handlung zu erleichtern. Außerdem wichtig: Erlaubnis einholen entweder vom Veranstalter, wenn auf seinem Grundstück verteilt wird oder vom Ordnungsamt, wenn es auf öffentlicher Straße geschieht.

Online Musikproduktionen

(+) Flyer drucken und von passenden Mailorder Shops den Bestellungen beilegen lassen
Viele Mailordershops, die ohnehin klein sind und im Untergrund agieren, sind bereit, angeliefertes Werbematerial zumeist kostenlos den Bestellungen ihrer Kunden beizulegen, vorausgesetzt, die CD ist auch über den Shop erhältlich. Wichtig dabei: Der Flyer sollte absolut adressneutral sein, damit interessierte Empfänger nicht direkt bei den Bands bestellen und der Shop das Nachsehen hat. Schließlich hat er ja einen Gefallen getan.

 

Selbstverständlich gibt es noch weitere Wege, 100 Euro sinnvoll im Rahmen des Musikmarketings einzusetzen, außerdem lassen sich die genannten Möglichkeiten bis zu einem gewissen Grad auch miteinander kombinieren. Jedenfalls kann man mit diesem Einsatz bereits einiges bewegen.

Die MusicBiz Madness Konferenz 2015 findet am 11.10.2015 in Frankfurt statt.
Hier findest Du alle Informationen.

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About the Author

Julian Angel

Julian Angel ist chartnotierter Rockmusiker mit Hollywood Credits, Eventproduzent und Organisator der MusicBiz Madness Konferenz, Deutschlands erster Musikbusiness Konferenz für Musiker.

Comments
Denis  12 Aug 2015

Hey Julian,
Für Bands, die kein geldlastiges Label hinter sich stehen haben, ist das Internetzeitalter absolut perfekt.
Super, dass du dich so intensiv mit Marketing befasst. Das darf, wenn man auf Erfolg im Musikgeschäft aus ist, auf keinen Fall vernachlässigt werden.
Ich denke auch, dass man mit 100€ schon viel machen kann. Klar, große Plakatwände kann man damit nicht mieten. Die Strategien, die uns das Internet ermöglichen, erfordern zum Glück etwas ganz anderes als Geld. Mindestens einer aus der Band sollte sich mit Website, Email-, und Social media Marketing befassen. Auch wenn man es vielleicht nervig findet, es gehört mit zum Job.
Schöne Grüße,
Denis

Julian Angel / MusicBiz Madness  12 Aug 2015

Hi Denis,

danke Dir für Dein Lob. Ja, das Internet kann einem zumindest viele Wege aufzeigen und vor allem beim Finden der richtigen Kontakte helfen. Allerdings bin ich der Überzeugung, dass man nicht erwarten sollte, durch das Internet gänzlich ohne (finanzielle) Ausgaben auszukommen.

Hey, gut, wenn man eine Band hat, in der die Aufgaben verteilt werden können ;) Viele müssen das alles ganz alleine können…

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