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Die richtigen Promotionmethoden finden

Die richtigen Promotionmethoden finden

Beim Überangebot an Promotiontools, Marketingmethoden, Communities und Ratschlägen verliert man als Musiker nicht selten die Orientierung. Wer jede neue hochgehandelte Methode effektiv nutzen und überall präsent sein will, ist täglich schnell um 25 Stunden reicher, dafür monatlich um einige hundert Euro ärmer. Am Ende fragt man sich: Muss ich das wirklich alles tun? Oder was bringt mir etwas und was nicht?

In Anbetracht der Tatsache, dass Zeit und Geld nicht im Überfluss vorhanden sind, zumal auch die Verkaufserwartung berücksichtigt werden muss, ist es überhaupt keine Schande, gewisse Marketingmethoden und Promotools für sich zu ignorieren und sich dafür intensiv auf eine paar wenige ganz bestimmte Dinge zu konzentrieren.

Richtig statt halbherzig
Ein Bisschen Werbung hier und ein Bisschen Marketing dort wird weniger Nutzen bringen als intensive Promotion an ausgewählten Stellen. Werbung hat ihre Gesetze. So heißt es, dass der Empfänger einer Botschaft diese mindestens dreimal erhalten muss, um sie überhaupt richtig wahrzunehmen. Weitere „massierte Frequenz“ (die nennen das wirklich so) ist nötig, um den Empfänger zu einer Aktion zu bewegen. In 20 Magazinen, Websites und Portalen je einmal zu werben führt demnach zu weniger Erfolg, wenn überhaupt, als regelmäßige Werbung in fünf ausgewählten Medien. Über diese Auswahl werden wir gleich sprechen, zuerst legen wir aber ein Budget fest.

Werbebudget festlegen
Zum Werbebudget gehören sämtliche Ausgaben, die hinsichtlich der Bewerbung des eigenen Albums getätigt werden: Versand von Promo CDs, Anzeigen, Promoter, bezahlte Dienste wie Webhosting, Newsletter, Premiumaccounts bei diversen Portalen etc.

Bei der Festsetzung des Budgets muss natürlich die Verkaufserwartung berücksichtigt werden. Wie viele verkaufte CDs und Downloads sind realistisch? Pro verkaufter CD bzw. Album-Downloads lässt sich dann ein Anteil für Werbeausgaben festlegen. Je nach Verkaufsoutlet erhalten Musiker unterschiedliche Verkaufsbeteiligungen, ein Durchschnittswert kann irgendwo zwischen 5,00 und 8,50 Euro netto liegen.

Bei einer Pressung von 500 CDs ist es durchaus realistisch, pro CD 5,00 Euro an Kosten zu gestatten. Kosten für Pressung, ggf. Mix, Mastering, Artwork – und eben für Promotion. Der Promoanteil beläuft sich dann je nach Aufwand der Produktion auf 2,00 bis 3,00 Euro pro Einheit – jeweils netto.

Wer sich entscheidet, trotz überschaubarer Verkaufserwartung ein fremdes Tonstudio inklusive Produzenten zu mieten, wird zwar – hoffentlich – mit großartiger Produktion punkten können, liegt aber leider von Anfang an über dem Budget, wenn man die Durchschnittswerte für Verkäufe ungesignter Musiker betrachtet. Laut CD Baby sind das knapp 100 Einheiten pro Album, sowohl physisch als auch digital.

Das Zeitbudget
Ob kostenpflichtige oder kostenfreie Werbung, alles ist mit Zeitaufwand verbunden. Es ist daher ratsam, auch die Zeit festzulegen, die man täglich oder wöchentlich in die Vermarktung der Musik stecken kann. Prioritäten dürfen gerne gesetzt werden: Kontakte knüpfen, Kontakte pflegen, Interviews geben, CDs eintüten und verschicken, Fans gewinnen, Social Media, Songs und Videos produzieren und hochladen, Profile pflegen, Website aktualisieren, die Konkurrenz beobachten…

Werbemethoden festlegen
Die Frage, welche Werbemaßnahmen die erfolgreichsten sind, lässt sich niemals exakt beantworten. Dafür hilft aber eine genauere Betrachtung der eigenen Marktnische. Diese Nische definiert sich durch die gespielte Stilrichtung und die Zielgruppe, also das ideale Publikum. Ein Bisschen Marktforschung steht also an:

Welche Vorlieben hat die Zielgruppe? Welche Medien nutzt die Zielgruppe? Wie alt ist die Zielgruppe?

So gelten z.B. Heavy Metal Fans als sehr traditionell mit Sammelleidenschaft, Klassik- und Electrofans greifen wieder vermehrt zu Vinyl, Kids nutzen soziale Medien stärker als die Zielgruppe über 40.

Ein paar Anhaltspunkte zum Verhalten der Zielgruppe kann eine Umfrage bei Facebook liefern, umfangreicher geht es mit Umfragetools wie z.B. SurveyMonkey. Nicht jeder Fan wird sich daran beteiligen, dennoch lassen sich meist genügend Hinweise finden, um eine grobe eigene Marschrichtung festzulegen.

Anhand der gewonnenen Erkenntnisse, der vorhandenen Zeit sowie des zur Verfügung stehenden Budgets lässt sich dann ableiten, in welche Art der Promotion man Geld und Zeit investieren mag. Gerade die Zeit spielt eine wichtige Rolle, denn der Erfolg einer Werbemethode zeigt sich nicht gleich am nächsten Tag, vielmehr dauert es mindestens zwei Monate, um mit Gewissheit sagen zu können, ob sich eine Sache gelohnt hat.

Darum prüfe nochmals wer sich (ewig) bindet.

 

Viel Erfolg,

Julian Angel

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About the Author

Julian Angel

Julian Angel ist chartnotierter Rockmusiker mit Hollywood Credits, Eventproduzent und Organisator der MusicBiz Madness Konferenz, Deutschlands erster Musikbusiness Konferenz für Musiker.

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