MusicBiz Madness
Musik für Film, TV und Werbung – Teil 1

Musik für Film, TV und Werbung – Teil 1

Wie bringt Ihr Eure Musik in Film- und Fernsehproduktionen sowie in Werbespots und Industriefilmen unter? Und was bekommt Ihr dafür? In dieser kleinen Serie werden wir über Musikarten, Produktionsstandards, Verleger und Libraries sowie über Sync-Lizenzen und Tantiemen sprechen. Heute beginnen wir mit der Grundlage, der Musik.

Songs
Richtige Songs, also gesungene Lieder, finden ihre Verwendung einerseits im Hintergrund einer Szenerie wie zum Beispiel in einer Disco, einem Auto mit laufendem Radio oder in einer Bar mit Jukebox. Die andere, wesentlich prominentere Einsatzmöglichkeit ist zum Hervorheben einer Stimmung durch den Inhalt des Songtextes. Hier spielt der Song dann im Vordergrund, während im Film wenig bis gar nicht gesprochen wird.

Bei großen Produktionen bedient man sich sowohl in Film und Fernsehen als auch in der Werbung gerne bekannter Titel. Dennoch haben unabhängige Musiker eine Chance, zum Zug zu kommen: Oftmals verlangen die Labels hohe Sync-Fees (dazu später mehr), um die Verwendung eines bekannten Songs zu gestatten. Aus diesem Grund suchen die Musicsupervisors – jene Damen und Herren, welche die Songauswahl treffen und die entsprechenden Rechte klären – häufig bei unbekannten Musikern nach alternativen, ähnlichen Titeln, die dem Original in Stil, Stimmung und Botschaft möglichst nahe kommen.

Instrumentals
Instrumentalstücke eignen sich besonders zur Untermalung und Hervorhebung bestimmter Szenen, wobei es hier nicht gar so sehr auf den ‚Song’ ankommt, sondern vielmehr auf die Stimmung, die er erzeugt: Action, Fashion, Stadtleben, Romantik, Spaß und so weiter. Der Bekanntheitsgrad solcher Instrumentals ist dabei unerheblich, wodurch wiederum unbekannte Musiker eine gute Chance bekommen, berücksichtigt zu werden.

In der Regel genügen hier oft reine ‚Tracks’ wie zum Beispiel Gitarrenriffs, Harmonieflächen oder Beats und Grooves. Eine richtige Leadstimme ist nicht zwingend notwendig. Da es sich hier anbietet, eine Art musikalische Resteverwertung zu betreiben, wird diese Musik gerne auch abfällig ‚Production Music’ genannt.

Themen und Chancen
Bei gesungenen Songs liegen natürlich Liebes- und Beziehungsthemen ganz vorne., während sich bei Instrumentalstücken kaum Trends erkennen lassen. Aus eigener Erfahrung wie auch aus jener einiger Kollegen kann es sinnvoll sein, sich auf eine bestimmte Richtung zu spezialisieren und diese mit viel Authentizität abzudecken. Denn gerade daran mangelt es vielen Massenproduzenten, die von allem etwas anbieten, keines davon aber so richtig genial beherrschen. Zwar werden Nischenstilistiken seltener gefragt als gängige Pop-Themen, doch wenn einmal Bedarf an Industrial Metal, Shoegaze oder Klezmer besteht, ist es gut, nahezu der einzige Anbieter zu sein.

Soundqualität
Zur Freude vieler Musiker wird bei Film-, TV- und Werbesongs keine derart hohe Soundqualität erwartet wie sie von den Major Labels produziert wird. Natürlich muss die Produktion sauber und ausgewogen sein, sollte nicht brummen, dröhnen oder klirren, sie darf aber ruhig etwas dünner klingen als das, was täglich im Radio läuft

Da die meisten Fernsehzuschauer über ihre kleinen eingebauten Lautsprecher mithören, die in der Regel einen ziemlich mittigen Klang haben, kann die Musik gerne etwas weniger brillant produziert sein. Es kommt dann vor allem Sprechern zu Gute, wenn der Bereich von eins bis fünf kHz nicht allzu präsent ist. Gerade im Hinblick auf Sprecher oder Schauspieldialoge legen viele Musikproduzenten die einzelnen Instrumente gerne auch etwas weiter außen im Stereobild an, hier kann eine Hi-Hat dann schon einmal auf 9.00 Uhr zu hören sein.

In anderen Worten: Keep this frequency clear!

…die Quantität
Bei vielen Musikern macht es die Masse aus. Manche Songs oder Tracks werden öfter lizenziert, andere dafür gar nicht. Es ist nie zu früh, seine Musik zur Verwendung in ‚bewegten Bildern’ anzubieten, auf Dauer zahlt es sich natürlich aus, einen größeren Musikkatalog zu haben. 50 Tracks sind schon ordentlich, nicht wenige Musiker verfügen auch über ein Repertoire von mehreren Hundert Stücken.

Im nächsten Teil geht es dann um die wichtige Frage, auf welchen Wegen Ihr Eure Musik anbieten könnt.

Bis dahin viel Erfolg

– Julian Angel

– – – – – – – – – – – –

10+2 Marketing Methoden, die keinen Cent kosten.

Noch mehr exklusive Business und
Marketing Tipps für Musiker gibt es
im Newsletter. Und nur im Newsletter.
Dazu gibt es das Mini-e-Book “10+2
No-Budget Marketing Tipps” gratis
zum Download.

 

 

 

 

 

 

About the Author

Julian Angel

Julian Angel ist chartnotierter Rockmusiker mit Hollywood Credits, Eventproduzent und Organisator der MusicBiz Madness Konferenz, Deutschlands erster Musikbusiness Konferenz für Musiker.

Comments
Thomas Nimmesgern  1 Apr 2014

Hallo!

Interessanter Artikel – danke dafür!

Falko  1 Apr 2014

Hallo Julian,
ein wirklich tolles Thema und interessanter Artikel! Bin gespannt auf Teil 2.

Viele Dank und viele Grüße!

Say Something


9 + 9 =

advert advert advert advert advert advert advert advert advert advert advert
Datenschutz Information

Copyright © 2009-2018 MusicBiz Madness. All Rights Reserved.
Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.