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Erfolg generiert Erfolg

Erfolg generiert Erfolg

Erfolg generiert Erfolg. Dem liegen offenbar ganz simple menschliche Züge zu Grunde. Die Studie einer amerikanischen Universität hat ergeben, dass sich Probanden, denen die aktuellen Spotify Charts vorgesetzt wurden, nahezu ausschließlich für die ganz oben platzierten Songs interessierten – selbst dann, als man die Charts auf den Kopf gestellt hatte und der Song vom Ende der Charts plötzlich ganz oben stand.

Es scheint also etwas von erfolgreichen Bands und Songs auszugehen. Ob Reiz oder Glaubwürdigkeit, wenn dieses gewisse Etwas also durchaus seine Wirkung hat, will es bestimmt jede Band haben. Doch wie, wenn man noch ganz am Anfang des möglichen Erfolges steht und keinen Charterfolg vorzuweisen hat?

Ein Bericht über den Rockmusiker Horst Meyer-Pambolek (Name frei zusammengewürfelt), der hauptberuflich beim Wasserwirtschaftsamt arbeitet und die Musik als nettes Hobby betreibt, mag ehrlich erscheinen. Platten und Tickets verkauft dagegen die Story von Riff Magnum, der vor einem ’59er Cadillac posiert, dem der Rock and Roll durch die Venen fließt und der jede andere Musikrichtung verteufelt – auch wenn der gute Riff in Wahrheit zu Hause in einen leeren Kühlschrank blickt.

Alles getreu dem Motto „if it looks big, it is big“, welches wir ein wenig abändern wollen in “wenn es groß aussieht, scheint es relevant zu sein“. Das gewisse Etwas, das wir jetzt also als „Relevanz“ bezeichnet haben, spricht Fans an. Auch im musikalischen Untergrund, wo man dem Mainstream eigentlich den Rücken kehrt, erhalten jene Bands die meiste Aufmerksamkeit, die eine gewisse Relevanz suggerieren.

Aber wie? Es ist kein Geheimnis, dass gebrannten CDs immer der fade Beigeschmack von nichts Halben und nichts Ganzem beiwohnt. Folglich werden sie nur äußerst selten gekauft. Gepresste CDs, die auch optisch den Major Releases nahe stehen, gehen hingegen bis zu zehn mal öfter über den Ladentisch. Individuell hergestellte Band T-Shirts machen mehr her als Standard Merch on demand.

Bands mit eigenem Bühnenbild bzw. –banner wirken auf den Zuschauer professioneller als jene, die sich mit der Standardwand des Clubs nebst Sicherungskasten und Bierreklame zufrieden geben (oder dem Bild mit Hirschen und Wildschweinen bei Kneipengigs).

Die Präsenz der Band macht letztendlich den Unterschied aus und kann auch in Ermangelung von Chartplatzierungen für die nötige Glaubwürdigkeit oder eben Relevanz sorgen. Internationale flächendeckende Berichterstattung durch Albumrezensionen oder gar Interviews in (stilistisch) relevanten Magazinen, Webzines und Musikblogs verschaffen die notwendige Größe, während sich Horst vom Wasserwirtschaftsamt um ein unscharfes Foto im Gemeindeblatt bemüht.

Platzierungen in passenden Playlisten bei Youtube und Spotify erweitern die Präsenz. Ist das aktuelle Album der Band sowohl über die großen Outlets wie Amazon und iTunes als auch in den wichtigsten Mailorder Shops der jeweiligen Stilnische erhältlich – was Fans den Kauf unheimlich erleichtert – rundet dies die „Bedeutsamkeit“ von Band und Album ab.

Und all das steht auch unbekannten sich selbst vermarktenden Bands und Musikern offen. Es steckt viel Arbeit dahinter – es sei denn, man engagiert einen Promoter – die sich am Ende aber bezahlt macht. Und die aufgebauten Kontakte helfen auch beim nächsten Album, dem übernächsten und so weiter.
 
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About the Author

Julian Angel

Julian Angel ist chartnotierter Rockmusiker mit Hollywood Credits, Eventproduzent und Organisator der MusicBiz Madness Konferenz, Deutschlands erster Musikbusiness Konferenz für Musiker.

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