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Weihnachtsgeschäft – pro und contra

Weihnachtsgeschäft – pro und contra

Rund 20% des jährlichen Tonträgerumsatzes wird in den letzten sechs bis acht Wochen des Jahres generiert. Wir sprechen also über das liebe Weihnachtsgeschäft, das dem Einzelhandel nie zu früh beginnen kann. Was bedeutet diese Zeit aber für unabhängige Musiker? Lohnt es sich, auf den Zug aufzuspringen? Verspricht die Statistik wirklich höhere Verkaufszahlen? Wie so oft gibt es auch hier pro und contra.

Kein guter Zeitpunkt für Neuveröffentlichungen
Die Vorweihnachtszeit ist in der Musikbranche gekennzeichnet von einer Flut an Veröffentlichungen. Zahlreiche Greatest Hits Alben warten darauf, als Not-Geschenke gekauft zu werden. Entsprechend sind die Medien mit Hinweisen überfüllt, Radiosender haben zwischen „Jingle Bells“ und „Last Christmas“ kaum Platz für die Songs unbekannter Musiker. Hinzu kommt die Aufmerksamkeit der Konsumenten, die eher dem passenden Weihnachtsgeschenk für Mutter, Vater, Partner und Kinder gilt als den eigenen (musikalischen) Vorlieben. Nicht zuletzt ist das Budget des einzelnen ohnehin schon aus- wenn nicht sogar überreizt.

Werfen wir unser neues Album gerade in dieser Zeit auf den Markt, sehen wir uns also mit zahlenmäßig großer Konkurrenz konfrontiert sowie mit mangelnder Aufmerksamkeit potentieller Käufer. Hier lohnt es sich also, entweder rechtzeitig vor dem Weihnachtsgeschäft zu veröffentlichen, oder aber erst in den ruhigen Monaten Januar und Februar. Dann werden nämlich nach wie vor die wenigsten Alben veröffentlicht – neben den Sommerferien. Dies wirkt sich unter anderem darauf aus, dass insbesondere Onlinemedien mit weniger Material gefüttert werden, so dass unsere Newsmeldungen, Kritiken und Hinweise auf Interviews länger auf „Seite 1“ und damit im Sichtfeld der Leser stehen bleiben. Außerdem haben unsere Fans den Kopf wieder frei und noch das eine oder andere Geldgeschenk in der Tasche.

Weihnachtslieder
Wenn wir aber ein oder mehrere Weihnachtslieder aufgenommen haben und diese unters Volk bringen wollen, liegt es in der Natur der Sache, dies genau in der Vorweihnachtszeit zu tun. Hier zahlt sich direktes Marketing über Newsletter und soziale Medien aus, da – wie bereits erwähnt – die Medien mit ganz anderen Dingen zu kämpfen haben.

Eine andere Überlegung wäre allerdings, eine Weihnachtssingle als Dankeschön an unsere Fans per kostenlosem Download zu verschenken, insbesondere, wenn sich dadurch die Veröffentlichung eines neuen Albums Anfang des nächsten Jahres ankurbeln lässt. Hier können wir das mp3 zusammen mit einer „Anzeige“ (jpg, pdf) zu einer .zip Datei packen und in die Anzeige einen Rabattcode für die Albumbestellung einfügen.

Sonderaktionen
Weihnachten ist natürlich ein willkommener Anlass, um Sonderaktionen mit Rabatten oder besonderen Paketpreisen (alle CDs, CD + Merchandise usw.) durchzuführen. Der Gedanke, unsere Musik zum Weiterverschenken anzubieten muss dabei nicht wirklich im Vordergrund stehen. Vielmehr können wir uns dadurch ins Gespräch bringen und ein wenig „altes Zeug“ verscherbeln – na, hoffentlich liest das kein Fan…

Liveauftritte
Auch im Livebereich kann Weihnachten als thematischer Aufhänger dienen. Selbst wenn wir keine Weihnachtslieder spielen, kann eine weihnachtliche Atmosphäre mit Lebkuchen, Glühwein und Tannenwedeln den „Christmas“- oder „Advents“-Stempel rechtfertigen. An den beiden Weihnachtsfeiertagen suchen die Menschen gerne nach Abwechslung vom besinnlichen zu-Hause-sein und gehen raus, um zu feiern – und ihr Weihnachtsgeld zu verprassen. „Christmas-Rock”, “After-Christmas…“ usw. bieten sich an.
Das Weihnachtszeit hat also für Musiker durchaus ihre Licht- und Schattenseiten. Sie bietet viele Gelegenheiten für Aufhänger und Aktionen, während von Neuveröffentlichungen schlichtweg abzuraten ist.

Um frohe Weihnachten zu wünschen, ist es definitiv noch zu früh, wer aber mit Weihnachtsliedern groß einsteigen will, sollte spätestens jetzt mit den Aufnahmen beginnen.

– Julian Angel

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About the Author

Julian Angel

Julian Angel ist chartnotierter Rockmusiker mit Hollywood Credits, Eventproduzent und Organisator der MusicBiz Madness Konferenz, Deutschlands erster Musikbusiness Konferenz für Musiker.

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